Aus für Liechtenstein als Anlageort?

Die Steueraffäre um den Post-Chef sorgt nicht nur in Deutschland für Rumoren. Auch in Liechtenstein macht sich der Skandal bemerkbar.

Das einstige Steuerparadies verkündet mittlerweile in einer ungewohnten Offenheit, dass doch zahlreiche deutsche Kunden ausbleiben. Seitdem sie Steueraffäre um den ehemaligen Post Chef bekannt wurde, scheinen die Deutschen Liechtenstein nicht mehr als sicheren Ort für eine Geldanlage zu empfinden. Demzufolge kam der Zufluss von Geldern seit Mitte Februar nahezu zum Erliegen, wissen Insider der großen Liechtensteiner Banken zu berichten.
Auch die Treuhänder bekunden offiziell, dass die Kundschaft aus Deutschland in den letzten Wochen stark abgenommen habe. Für diese Gruppen ist es natürlich besonders fatal, leben sie doch von den Stiftungen, die in Deutschland eher noch als Mittel zur Steuerhinterziehung angesehen werden.
Wiederum behaupten auch einige Insider, dass das Fernbleiben der Kunden nicht unbedingt mit der Steueraffäre um den deutschen Post Chef zu tun habe, sondern vielmehr mit der generellen Finanzkrise, in die ja auch die bekannte Schweizer UBS Bank verwickelt ist, zusammen hinge. Doch eigentlich dürften diese Dinge die Liechtensteiner weniger interessieren, da sie ja mehr auf klassische Anlagegeschäfte und weniger auf Investment setzen.
Nichtsdestotrotz gibt es einen hart gesottenen Kern. Wer sein Geld bereits nach Liechtenstein geschafft hat, der lässt es auch dort verweilen. Zwar heißt es, man habe Abflüsse in Höhe von gut 63 Millionen Euro zu verzeichnen, doch im gleichen Atemzug wird auch berichtet, dass dies nur Peanuts seien. Schließlich verwalte man in Liechtenstein weit mehr als 100 Milliarden Schweizer Franken, sodass dieser vergleichsweise geringe Abfluss durchaus zu verschmerzen sei.

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